50 Jahre Innovation

Die Firma Lüft Verkehrstechnik entwickelt seit ihrer Gründung neue Produkte und Verfahren

Fast jeder kennt sie, aber kaum einer schenkt ihnen Beachtung, den Produkten der Firma Lüft. Die meisten von ihnen liegen am Boden, unscheinbar nachhaltig, und sie reduzieren Lärm, sie lenken den Autoverkehr durch Baustellen und um Kreisel, sie schützen Fußgängerquerungen oder Radwege, sie schaffen Ordnung in unserem immer stärker zunehmenden Verkehr.

Alles beginnt am 01.07.1970, als Peter Lüft in Mainz die Lüft Verkehrstechnik gründet. Seine Anfänge hat das Unternehmen im Bereich der innerstädtischen Beschilderung, doch bereits in den Folgejahren erarbeitet sich Lüft in der Branche bundesweit schnell den Ruf eines Experten für Großbeschilderung an Autobahnen, Fundamentarbeiten und Schilderbrücken. Das Unternehmen wächst rasant. Bereits nach 10 Jahren muss ein neues Bürogebäude mit einem großen Bauhof, Lager- und Produktionshallen her. Der Umzug in das neue Firmengelände in Budenheim, dem jetzigen Firmensitz, findet 1981 statt.

Zwischenzeitlich hat sich das Unternehmen neben der Verkehrstechnik auch einen Namen als Spezialist für Lärmschutzwände an Straßen erarbeitet. Neben den klassischen Lärmschutzsystemen wie Holz, Beton, Aluminium und Glas entwickelt das Unternehmen ein eigenes Lärmschutzsystem: die Lüft Pflanzenwand Modell Mainz, eine bepflanzbare Lärmschutzwand aus Tropenholz. Allerdings ist man von Beginn an nicht glücklich über die Verwendung dieses begrenzten und wertvollen Rohstoffs. Als Lüft dann Mitte der achtziger Jahre auf einen Wormser Unternehmer trifft, der mit Einführung des gelben Sackes anfängt, Kunststoffe zu recyclen, kommt die Idee: Das Lärmschutzsystem wird 1988 durch eine grüne Pflanzenwand aus recyceltem Kunststoff ergänzt. Damit beginnen die damals schier unvorstellbaren Entwicklungen aus Recycling-Kunststoff.

In den 90er Jahren entwickelt Lüft aus Recycling-Kunststoff auch die ersten Produkte für verkehrstechnische Anwendungen.  „Der damals neue Werkstoff aus wiederverwerteten Kunststoff-Abfällen war für uns ein Segen. Er entwickelte sich schnell zum Standardmaterial für Produkte, die der hohen Belastung im Straßenverkehr ausgesetzt sind“, berichtet Anne Rockenbach, Geschäftsführerin der Lüft GmbH. Recycling wird zum Stand der Technik – und zum Schutz der Ideen werden die Systeme aus Recycling-Kunststoff patentiert.

Aus Kunststoff-Müll werden Hightech-Produkte

Europaweit werden die Recycling-Pflanzenwand als immergrüner Lärmschutzwall sowie die mobilen, äußerst robusten Insel-Baukastensysteme erfolgreich eingesetzt. „In Nierstein gab es das Problem, dass es eine Querungshilfe für Kinder brauchte an einer Straße, auf der zweimal im Jahr amerikanische Panzer zum Manöver fuhren. Die hätten jede Straßeninsel aus Beton kaputtgefahren,“ so Rockenbach. „Unsere mobile Insel ließ sich dagegen vor dem Manöver ab- und danach wieder aufbauen. Das war die Lösung für diese schwierige Situation.“

Mitte der neunziger Jahre kommt das Lüft Leitsystem auf den Markt. Es besteht aus massiven Kunststoff-Recycling-Elementen in Vollmaterial, die äußerst flexibel einsetzbar sind. Mit der Entwicklung ganzer Baureihen von Verkehrsinseln und Leitsystemen können jetzt auch komplette Kreisverkehre modular gestaltet werden. Mit Beginn der 2000er Jahre bringt Lüft mit dem Verkehrswächter und der Bordsteinerhöhung Frankfurter Hut zwei weitere Produkte auf den Markt.

Die teilweise kostspieligen Eigenentwicklungen lassen sich nur finanzieren, weil aus dem Montagegeschäft entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung standen, und weil die Lüft GmbH seit ihrem Start mit der Mainzer Volksbank einen verlässlichen Partner zur Seite stehen hatte. „Die MVB hat uns immer unterstützt, ist jeden Weg mitgegangen. Nicht nur im Kerngeschäft, sondern zum Beispiel auch beim Bau der Photovoltaik-Anlage. Einen so leistungsstarken Partner zu haben ist beruhigend, weil es uns als Unternehmer eine sehr große Sicherheit bietet“, erzählt Rockenbach.

Geschäftsführerin Anne Rockenbach mit dem neuen Vertriebsleiter Frank Füsser vor einem neuen Fahrzeug mit Erdgasantrieb.
Geschäftsführerin Anne Rockenbach mit dem neuen Vertriebsleiter Frank Füsser vor einem neuen Fahrzeug mit Erdgasantrieb.

Vom Engineering zum Handelspartner

Im Jahr 2010 erwirbt Jost Körte die Geschäftsanteile von Peter Lüft und wird in Folge zum Alleingesellschafter. Er setzt neue Schwerpunkte. In den Anfangsjahren hatte man vor allem Expertise im Engineering und der Montage, in den achtziger Jahren kamen dann die Eigenentwicklungen hinzu. Unter seiner Führung entwickelt das Unternehmen weiterhin neue, eigene Produkte, verstärkt aber vor allem die Marktaktivitäten im Handelsgeschäft mit hochwertigen Produkten für verkehrstechnische Anwendungen. „Damals war klar, das Montagegeschäft wird immer schwieriger. Ich wusste, wir müssen jetzt die Weichen stellen für die nächsten 20 Jahre,“ so Jost Körte, der geschäftsführende Gesellschafter. Das „GoLive“ des eigenen Lüft Online-Shops im Sommer 2014 war dann die folgerichtige Konsequenz dieser Neuausrichtung.  Daneben folgten und folgen weitere patentierte Produkte wie die Lärmschutz-Gabionenwand Stonewall und das Wiesbadener Schutzbord „Bike Lane Protector“.

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmens-DNA

Nachhaltigkeit drückt sich aber nicht nur in der Verwendung von Recycling-Materialien aus. Auf dem Betriebsgelände in Budenheim läuft eine eigene Photovoltaikanlage mit fast 90 kwp. Damit werden neben dem Eigenbedarf mindestens 2/3 der Leistung in das öffentliche Netz eingespeist. So ist Lüft im Strom- und übrigens auch Gasverbrauch CO2-neutral. Lüft fährt neuerdings auch mit Erdgas. „Wir wollen als Unternehmen zukunftsorientiert, verantwortlich und nachhaltig agieren, denn das ist Teil unseres Selbstverständnisses. Und wir sehen uns in einer gesellschaftlichen Verantwortung,“ betont Rockenbach. So beschäftigt Lüft am Standort Budenheim aktuell 25 Mitarbeiter aus 10 Nationen. Respekt und Gleichbehandlung werden im Unternehmen gelebt. Und das Unternehmen bildet kontinuierlich aus. Auch in schwierigen Zeiten.

Die Lüft GmbH blickt in diesen Tagen auf 50 Jahre Sicherheit in der Verkehrstechnik zurück. Diese Zeit spricht für Kompetenz, Vertrauen, Beständigkeit und Erfahrung. Dabei sind die Weichen in Richtung Zukunft schon lange gestellt. Für Körte und Rockenbach ist klar, dass der Erfolg weiterhin nur durch die gute, beständige und freundschaftliche Zusammenarbeit und das Vertrauen der Kunden und Partner funktioniert.

Sie freuen sich auf die nächsten 50 Jahre.


Von: Theo Bender, Referent Unternehmenskommunikation