Mainzer Volksbank sieht Handlungsbedarf beim Thema Erbschaft

Zwei Drittel der Deutschen sind nicht gut vorbereitet

01.09.2021 | Pressemitteilung

64 Prozent der volljährigen Deutschen geben an, sich bisher mit dem Thema Erbschaft nur wenig oder überhaupt nicht beschäftigt zu haben – das ist Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungs­forschungsinstituts YouGov* im Auftrag der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Da allein das angesparte Geldvermögen über sieben Billionen Euro beträgt und der Anteil der älteren Generationen an der Gesamtbevölkerung immer größer wird, dürfte damit das Erbvolumen für einen überschaubaren Zeitraum ebenso wachsen, wie die Zahl der Fälle, in denen ein Testament fehlt. Mit ihren jetzt veröffentlichten Erbschafts-Tipps will die Mainzer Volksbank (MVB) eine erste Orientierung geben, damit der Nachlass für den Fall der Fälle geregelt ist und nicht dem Zufall überlassen bleibt.

Fünf hilfreiche Tipps für eine Erbschaft

„Familiäre Streitigkeiten können mit einer klaren Regelung vermieden werden und auch, dass am Schluss größere Vermögensteile an den Staat fallen“, sagt Heinz Ripperger, Direktor Vorsorge- und Generationenberatung bei der MVB. 85 Prozent derjenigen, die erwarten, einmal etwas zu vererben, wünschen sich der Umfrage zufolge, dass es in der Familie bleibt. Nur zwei Prozent stimmen der Aussage zu „Mein Erbe soll an den Staat gehen.“

Mit ihren insgesamt fünf Erbschafts-Tipps stellt die Mainzer Volksbank auf unterschiedliche Lebenssituationen ab, also ob Erblasser:innen verheiratet, ledig oder geschieden sind, Kinder haben oder nicht. „Häufig scheinen die Regelungen der Erbschaftsfolge relativ eindeutig. Tatsächlich aber gibt es viele Ausnahmen, die zu Schwierigkeiten oder sogar Streitigkeiten unter den Erbberechtigten führen können“, erläutert Heinz Ripperger. „So erbt zum Beispiel bei Verheirateten ohne Kinder der oder die Ehepartner:in nicht automatisch alles. Bei Geschiedenen können die geschiedenen Ehepartner:innen Erbrechte geltend machen, wenn ein Unterhaltsrecht besteht. Bei Ledigen, die unverheiratet in einer Beziehung leben, gehen die Lebensgefährt:innen leer aus, wenn Sie kein Testament gemacht haben. Tritt bei Ledigen mit Kindern der Erbfall vor der Volljährigkeit der Kinder ein, wird, sollte kein Testament gemacht worden sein, vom Familiengericht ein Vormund zum Wohle des Kindes ernannt.“

Digitaler Nachlass bei vielen noch kein Thema

Der Anteil der Ledigen, die in der Umfrage angeben, sich wenig bzw. überhaupt nicht mit dem Thema Erbschaft beschäftigt zu haben, liegt mit 77 Prozent um 13 Prozentpunkte über dem Durchschnitt. Bei den Verheirateten sind es „nur“ 56 Prozent.

Auch in der höchsten Altersgruppe ab 55 Jahren fallen mehr als die Hälfte in diese Kategorie. „Dass selbst unter Verheirateten und Älteren der Anteil noch über der Hälfte liegt, zeigt, wie groß der Handlungsbedarf in vielen Fällen ist“, unterstreicht Heinz Ripperger. „Stirbt ein Familienmitglied, sind Erbende oft überfordert. Zum einen, weil nur wenige Menschen ihr Erbe klar regeln. Zum anderen, weil die Abläufe kompliziert sind. Vom digitalen Nachlass in den Weiten des Internets mal ganz abgesehen.“ Mit 59 Prozent geben die meisten Befragten an, sich im Rahmen des Themas Erbschaft nicht mit dem digitalen Nachlass zu befassen, also z.B. E-Mail-Konten oder Accounts in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram.

Mit Beratung Fallstricken vorbeugen

Mainzer Volksbank unterstützt bei Notfallplanung

Interessierte können einen Termin über ihre Berater:innen vor Ort vereinbaren, telefonisch unter 06131 148 0 oder online unter https://www.mvb.de/termin

Weiterführende Informationen, die Ergebnisse der Umfrage und Hilfsmittel für angrenzende Themen wie persönliche Notfälle sind unter https://www.vr-vermoegensaufbau.de abrufbar.


* Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2037 Personen zwischen dem 17.8.2021 und 19.08.2021 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren