Voltigier- und Förderzentrum Mainz-Ebersheim e.V.

Ein Vereinsporträt

Zwischen Ebersheim und Nieder-Olm, auf dem Gelände eines Weinguts, ist bereits von weitem eine große Halle zu sehen. In und um die Halle stehen die aktuell 15 Pferde des Voltigier- und Förderzentrum Mainz-Ebersheim e.V. Doch geregeltes Training für die 185 aktiven Sportlerinnen und Sportler kann im Moment nicht stattfinden. Wie derzeit in so vielen Vereinen.

Der Verein hat drei Bereiche. Im Leistungssport trainieren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mehrfach die Woche. Hier kann der erst zwölf Jahre alte Verein als größten Erfolg bereits eine Vize-Europameisterschaft vorweisen. Im Breitensport gibt es sieben Basisgruppen sowie 10 Gruppen, die auf Turniere fahren. In diesen Gruppen trainieren auch Menschen mit Handikap, also leichten psychischen oder sonstigen Beeinträchtigungen. „Häufig versuchen wir diese Kinder durch Integration in unseren Regelgruppen eine Therapiemöglichkeit zu schaffen, dies ist aber nicht für alle Kinder möglich“, berichtet Alexandra Dietrich, die zweite Vorsitzende und Geschäftsführerin des Vereins.  Daher etabliert sich daneben das therapeutische Reiten, in dem in speziellen Einzeleinheiten behinderte Menschen eine Entwicklungsförderung erhalten können.

Ein Jahr voller Ausfälle

Seit 2020 ruht nun die Vereinsarbeit in der Halle fast völlig. Auf Ausritten werden die Pferde bewegt, aber an ein geregeltes Training ist nicht zu denken. Mit Online-Angeboten versucht der Verein, insbesondere die Leistungssportler zu unterstützen, denn hier müssen Kraft, Koordination und Gelenkigkeit weiterhin trainiert werden, im Moment eben auf dem heimischen Fußboden. Üblicherweise reichten die Einnahmen aus den Mitgliedergebühren aus, um die Unkosten sowie notwendige Investitionen finanzieren zu können. Für 2020 war eine Gebührenerhöhung für notwendig erachtet worden, um steigende Kosten umzulegen. Das ist nun nicht möglich, denn ohne Trainingsangebot sind höhere Beiträge nicht vermittelbar. „Gottseidank haben uns praktisch alle Vereinsmitglieder die Stange gehalten und zahlen auch ohne Reitangebote weiter ihre vollen Beiträge“, freut sich Dietrich. Dennoch, durch den Wegfall von Turnieren und den damit verbundenen Preisgeldern, den Ausfall der Vereinsfeiern, die immer auch als Einnahmequelle dienten, sowie die gestiegenen Kosten, stößt der Verein nun an seine finanziellen Grenzen

Nicht vom Kurs abbringen lassen

Und doch soll der therapeutische Teil der Vereinsarbeit ausgebaut werden. Hierzu soll ein geeignetes Pferd angeschafft werden, eine Physiotherapeutin will durch eine Zusatzausbildung ihre Lizenz zur Hippotherapeutin erweitern und durch Umbauarbeiten auf der Anlage soll eine Möglichkeit geschaffen werden, auch für ein geringeres Entgelt ein weiteres Therapie-Angebot für Kinder zu schaffen. „Die Arbeit mit dem Pferd bringt für viele Bereiche körperlich oder geistig beeinträchtigter Kinder große Erfolge“, so Dietrich. Es sind wie so oft die Schwächsten, die von Krisen besonders betroffen sind. Das Voltigier- und Förderzentrum Ebersheim e.V. lässt sich jedoch von seinem eingeschlagenen Kurs nicht abbringen.

Corona erschwert Vereinsarbeit

Mit der Aktion „Wir helfen“ spendet die Mainzer Volksbank bis zum Jahresende monatlich bis zu 30.000 Euro an gemeinnützige Vereine und Einrichtungen, die aufgrund der Corona-Pandemie finanzielle Herausforderungen meistern müssen. Die Corona-Pandemie verlangt von Vereinen und Einrichtungen in der Region erhebliche Anstrengungen. Da noch kein Ende absehbar ist, geht das Hilfsprojekt bis zum Jahresende. So kann die Mainzer Volksbank dauerhaft finanzielle Hilfe leisten. Die Gelder stammen vom Gewinnsparverein, der über den Verkauf von Gewinnspar-Losen Gelder für die teilnehmenden Volksbanken sammelt.

 

 


Von: Theo Bender, Referent Unternehmenskommunikation